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Waltrop: 1010 75 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz - Veranstaltung zum Holocaust-Gedenktag -
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75 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz - Veranstaltung zum Holocaust-Gedenktag -

75 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz am 27.1.1945 gedenken Rat, Bürgermeisterin und Waltroper Bevölkerung dieses Ereignisses in einer der Historie verpflichteten, aber auch musikalisch-literarischen Veranstaltung im im Sitzungssal des Rathauses. Die Recklinghäuser Jürgen Pohl (VHS-Leiter) und Georg Möllers (Beigeordneter) erläutern anhand ihres Buches 'Abgemeldet nach 'unbekannt'' die Deportation von Juden aus dem Vest Recklinghausen 1942.
Nie zuvor ging es im Kleinkunstkeller so lebendig zu wie in den zwanziger Jahren, die man als Blütezeit des deutschen Kabaretts rühmt. Kurt Tucholsky, einer der Väter und geistigen Wortführer beschreibt die Rolle des Satirikers so: 'Er ist ein gekränkter Idealist und will die Welt gut haben, und nun rennt er gegen das Schlechte an. (...) Was darf also Satire? Alles!'
Vom bekannten Autor der 'Weltbühne' avanciert er bald zum gefragten Texter des angesehenen Berliner Kabaretts 'Schall und Rauch'. Tucholsky liefert Chansontexte für seine Lieblings-Diseuse Gussy Holl und schreibt ihr Anzüglich-Erotisches bis Zupackend-Zeitkritisches auf den Leib.
Die Reichshauptstadt Berlin erlebt trotz politischer und weltanschaulicher Spannungen einen Sturm auf die Vergnügungsstätten. Unterhaltung und Zerstreuung werden groß geschrieben, doch seine 'Rote Melodie', gesungen von Rosa Valetti zeigt, dass Tucholsky einen besonderen Ton in der Kabarettwelt anschlägt.
Ausgiebig widmet sich Tucholsky auch dem Thema 'Frau' und zeigt sich hier als 'Frauenversteher'. So lässt er die Frau sprechen: 'Der erste Mann ist stets der Unglücksfall. Die wahre Erkenntnis liegt unbestritten zwischen dem zweiten und dem dritten!' Eine weitere denkt: 'Liebe kostet manche Überwindung. ... Männer sind eine komische Erfindung!'
Trotz seines beruflichen Erfolges steht die politische Entwicklung in Deutschland gegen ihn. Seine Werke werden 1933 verbrannt, und es treibt ihn ins schwedische Exil, wo er am 21. Dezember 1935 freiwillig aus dem Leben scheidet.



Ulrich Raue und Roswitha Dasch, Jürgen Pohl, Georg Möllers
Montag, 27.01.2020
17.00 Uhr
Rathaus, Großer Sitzungssaal
gebührenfrei
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