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Gladbeck: 0109 V Dr. Manuela Klauser: Johannes van Acken - seine Ideen zum modernen Kirchenbau Vortrag und Diskussion
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Dr. Manuela Klauser: Johannes van Acken - seine Ideen zum modernen Kirchenbau Vortrag und Diskussion

Heilig Kreuz in Gladbeck-Butendorf und Herz Jesu in Gladbeck-Zweckel wurden Anfang des 20. Jh. als dringend notwendige Filialkirchen der um 1910 zahlenmäßig stark gewachsenen Pfarrei St. Lamberti errichtet. Beide Sakralbauten stehen unter Denkmalschutz, doch ihre Zeit als Kirchengebäude läuft derzeit ab. Welche Geschichte verbirgt sich hinter ihnen und welche künstlerische und historische Bedeutung ist ihnen beizumessen? Führendes Mitglied der Baukommission war der damalige geistliche Rektor des St. Barbara-Hospitals, Johannes van Acken. Er maß den Neubauten große Wichtigkeit in der Kirchengemeinde Gladbeck zu und hielt seine Gedanken in einer umfangreichen Festschrift zur Weihe (1915) der Kirchen fest.

Der Vortrag widmet sich den besonderen Raumkonzepten beider Kirchen zur Einbeziehung der versammelten Gemeinde in die Messliturgie, was seinerzeit noch nicht selbstverständlich war. Tatsächlich wurde dies erst mit dem 2. Vatikanischen Konzil von 1962-1965 weltweit verbindlich. Herz Jesu wurde von einem im kath. Kirchenbau sehr erfahrenen Architektenteam - Friedrich Becker (Mainz) und Wilhelm Sunder-Plaßmann (Münster) - als aufwändig ausgestattetes Gesamtkunstwerk entworfen; Heilig Kreuz hingegen von Otto Müller-Jena, einem Architekten, der im Kirchenbau keinerlei Erfahrung besaß und zudem Protestant war. Trotzdem oder gerade deswegen zeichnet sich gerade die nur sehr schlicht und bescheiden ausgestattete Heilig Kreuz Kirche durch außergewöhnliche Details aus, die dem katholischen Kirchenbau des 20. Jh. um Jahrzehnte vorauseilten. Johannes van Acken nahm diese grundsätzliche Neukonzeption von Pfarrkirchen zum Anlass, einige Jahre nach dem Ersten Weltkrieg seine programmatische Schrift 'Christozentrische Kirchenkunst' (Gladbeck 1922) zu verfassen, die wegweisend für den modernen Kirchenbau der 1920er Jahre wurde.

Dr. Manuela Klauser wurde 1978 geboren und ist freie Kunsthistorikerin mit den Arbeitsschwerpunkten internationale Sakralarchitektur des 19. bis 21. Jahrhunderts, Architekturgeschichte der Moderne und Künstler- bzw. Architektennetzwerke. Sie lebt und arbeitet im Raum München. Klauser wurde 2017 für ihre Dissertation 'Ikonische Kirchen - Zeichen lebendigen Glaubens. Geschichte und Theorie des Pfarrkirchenbaus an Rhein und Ruhr zwischen Historismus und Moderne' mit dem 'Paul-Clemen-Preis' des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) ausgezeichnet. Seit 2019 ist sie als Redakteurin und Autorin für die 'Straße der Moderne' tätig, einem Projekt des Deutschen Liturgischen Instituts.

Die VHS führt diese Veranstaltung in Kooperation mit dem Verein für Orts- und Heimatkunde durch.



Manuela Dr. Klauser
Haus der VHS, Friedrichstr. 55
Dienstag, 31.05.2022
19.00 - 20.30 Uhr
1 Termin, 2 Ustd.
gebührenfrei
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